Fair handeln

Fair handeln 2018-10-05T11:19:07+00:00

Kodex journalistischer Berufsethik

Teil I Berufsethische Regeln

(version française)

III. Fair handeln
Art. 17 Journalisten wenden bei der Beschaffung und Bearbeitung von Informationen, Fotos, Bildern und Dokumenten faire Methoden an.

Als unfaire Methoden gelten unter anderem die Begehung strafrechtlicher Delikte, die Verschleierung des Journalistenberufes, die Irreführung über die Absicht des Einsatzes, der Gebrauch einer falschen Identität, die verdeckte Aufzeichnung, Belästigung, Bezahlung der Informanten …

Diese Methoden werden in manchen Fällen nicht als unfair betrachtet und sind nur unter allen folgenden Bedingungen zulässig:

  • Die gesuchte Information weist ein überwiegendes öffentliches Interesse auf ;
  • Die Beschaffung der Information ist anders nicht möglich;
  • Die Gefährdung, der sich Journalisten und Drittpersonen aussetzen, bleiben im Verhältnis zum erhofften Resultat;
  • Die Methoden werden, von unvorhergesehenen Ausnahmen abgesehen, erlaubt oder gegebenenfalls von der Chefredaktion gutgeheißen.

NB: Am 17. Dezember 2015 hat der Rat für journalistische Berufsethik, kurz CDJ, entschieden, Provokation, Erpressung und Mobbing aus der Liste des Art. 17 zu streichen. Bei diesen Praktiken handelt es sich um als unlautere Methoden betrachtete strafbare Handlungen, aber im Unterschied zu den Methoden, die obenstehend ausdrücklich als unlauter bezeichnet werden, sind diese nur schwer nachweisbar.

Art. 18 Die Redaktionen haben freie Hand bei der Bezahlung von Autoren, die exklusive Texte, Töne oder Bilder liefern, insofern anderen Medien der Zugriff auf dieselben Informationsquellen nicht verwehrt wird.
Art. 19 Journalisten fertigen keine Plagiate an. Wenn sie eine vorab durch ein anderes Medium veröffentlichte Exklusivinformation weiterverbreiten, müssen sie die Quelle nennen.
Art. 20 Journalisten handeln fair und kollegial gegenüber Berufskollegen ohne jedoch auf ihre Freiheit auf Recherche, Information, Kommentar, Kritik, Satire und redaktionelle Entscheidungen, wie in Artikel 9 beschrieben, zu verzichten.
Art. 21 Journalisten halten die Identität ihrer Informanten, denen sie Vertraulichkeit zugesichert haben, geheim.

Dies gilt auch, wenn Journalisten davon ausgehen können, dass die Informationen ihnen nur unter Wahrung der Anonymität gegeben wurden oder wenn sie befürchten, ihre Informanten in Gefahr zu bringen.

Dann geben die Journalisten keine Hinweise weiter, die ihre Quelle identifizierbar machen könnte.  (siehe auch Artikel 1)

Art. 22 Wenn Journalisten schwere Anschuldigungen verbreiten, die den Ruf oder die Ehre einer Person schädigen könnten, müssen sie dem Betroffenen die Möglichkeit einer Stellungnahme vor Veröffentlichung der Informationen geben.

Besteht nicht die Möglichkeit eine Stellungnahme einzuholen, muss die Öffentlichkeit bei Veröffentlichung der Information darüber in Kenntnis gesetzt werden.

Art. 23 Journalisten nehmen ihren Ansprechpartnern gegenüber keinerlei Verpflichtungen an, die ihre Unabhängigkeit gefährden könnten.

Allerdings respektieren sie die Veröffentlichungsmodalitäten, die sie frei akzeptiert haben, wie das Embargo, das « off », die Anonymität…

Diese Verpflichtungen müssen klar und unanfechtbar sein.