Ein deontologierat am dienst der öffentlichkeit und der medien

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Ein deontologierat am dienst der öffentlichkeit und der medien 2015-05-13T12:38:16+00:00
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Ziel der 2009 gegründeten Organisation „Conseil de déontologie journalistique“ ist die Selbstregulierung französisch- und deutschsprachiger Medien in Belgien. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern von Verlagen, Journalisten, Chefredakteuren und Zivilbürgern und erfüllt drei Funktionen: Information, Schlichtung und Regulierung.

Die Mehrzahl der aktiven Journalisten unter uns wünscht sich wirklich einen Pressekodex Ehrenordnung als Regelwerk, um sich daran zu halten, auch wenn die – vordringlich wirtschaftlich – auf die Medien einwirkenden Zwänge ihnen dies nicht leicht machen. Der Wunsch zur Schaffung eines Berufsrats besteht bereits seit langem, sodass in den vergangenen Jahren Zeitungsverleger und Journalisten aktiv geworden sind und einiges in dieser Richtung unternommen haben. Am 30. April 2009 hat dann das Parlament der Französischen Gemeinschaft einen Erlass verabschiedet, mit dem dem CDJ eine Rechtsform zugewiesen wurde. Der neue „Conseil de déontologie journalistique“ ist zwar nicht der Erste seiner Art, aber dieser neue Presserat bringt erstmalig Journalisten und Verleger unter einen Hut und verfügt über eine Rechtsgrundlage und außerdem über eine Finanzierung, die diesen Namen zu Recht trägt und sein Fortbestehen vorläufig sicherstellt.

Der Ruf nach einem festen Berufskodex verhindert nicht, dass einige in gutem Glauben Fehler machen oder andere vorsätzlich falsch handeln. Manchmal steht man unter Druck, manchmal geht es nicht anders. Zu den Pflichten des CDJ gehören u. a. die Beantwortung von Fragen und die Entgegennahme von Beschwerden derer, die sich selbst als Opfer von Fehlverhalten wähnen. Dabei geht er unparteiisch vor, agiert zunächst als Vermittler und gibt begründete Stellungnahmen ab. Seine Aufgabe besteht nicht darin, Journalisten und Medien gegenüber der Öffentlichkeit um jeden Preis zu verteidigen, sondern Angelegenheiten im Bedarfsfall richtig zu stellen.

Zurechtweisungen stehen jedoch prinzipiell nicht im Vordergrund. Der CDJ ist in erster Linie eine Referenz für diejenigen, die einen Berufskodex einhalten und für dessen Einhaltung sorgen wollen, der nicht immer hinreichend bekannt ist oder vermittelt wird und der auch weiterentwickelt werden muss, da sich die Medien selbst auch verändern. Und gerade die Art und Weise, wie Informationen bereitgestellt werden, wird heutzutage durch die modernen technologischen Mittel tiefgreifend verändert. Der Konkurrenzdruck ist groß und führt dazu, dass man (zu) schnell arbeitet und um jeden Preis nach Aufsehen erregenden Meldungen sucht. Zahlreiche Journalisten fragen sich, welche Regeln es angesichts solcher Herausforderungen einzuhalten gilt. Der CDJ wird sich darum kümmern, die Standesregeln in einem Kodex zusammenzufassen, d. h., Vorhandenes zusammenzutragen, Übereinstimmungen zu finden und Lücken zu füllen. Anschließend gilt es, den Bekanntheitsgrad dieser Regeln zu fördern. Diese konstruktiven Aufgaben haben letztlich Vorrang vor den repressiven Aktivitäten, auch wenn letztere notwendig sind. Sie erfolgen in Absprache mit dem Conseil Supérieur de l’audiovisuel und dem niederländischen Gegenstück zum CDJ, dem Raad voor de Journalistiek.

Der CDJ hat somit sowohl einen „internen“ Zweck gegenüber den Journalisten, als auch einen „externen“ Nutzen im Hinblick auf die Öffentlichkeit. Ultimatives Ziel der ihm anvertrauten Aufgaben ist es, zur Vermittlung qualitativ hochwertiger Informationen beizutragen und das Recht der Bürger auf stichhaltige Informationen zu fördern.